Interview mit dem neuen Herrentrainer Bernd Schneider über die kommende Spielzeit

28. Mai 2019

Mit Bernd Schneider übernimmt ein alter Bekannter in der kommenden Saison 2019/2020 das Traineramt der ersten Herrenmannschaft in Obrigheim. Nach vier Jahren als Herrentrainer Ende der 90er Jahre ist dies die zweite Amtszeit für den langjährigen, erfolgreichen Jugendtrainer.

Wie kam es zur Übernahme des Traineramts durch dich?

Seit 2016 war Jürgen Wedl als Trainer ein Glücksfall für den Verein. Mit seiner Kompetenz und seiner höherklassigen Erfahrung hat er uns in die Bezirksliga gebracht und das quasi drei Jahre lang zum Nulltarif, da er seine gesamte Vergütung in die Mannschaftskasse gespendet hat. Das ist für einen Trainer mit seinen Qualitäten wohl einzigartig und ihm gebührt noch einmal unser herzlichster Dank. Nachdem mir Jürgen im Herbst letzten Jahres mitgeteilt hatte, dass er nach der Saison 2018/2019 aus beruflichen und familiären Gründen sein Traineramt abgeben möchte, habe ich mich als sportlicher Leiter auf die Suche nach einem Nachfolger gemacht. Es gelang mir auch den Wunschkandidaten zu verpflichten, allerdings erst für die Saison 2020/21, da dieser für 2019/2020 noch bei seinem jetzigen Verein im Wort stand. Die Abteilungsleitung hatte danach für mich einen klaren Auftrag: Wenn du keine gescheite externe Lösung für die nächste Saison findest, musst du es selber machen. Trotz vielversprechender Gespräche mit qualifizierten Kandidaten schreckte aber die Interimslösung natürlich gute Trainer ab.

Bist Du damit eigentlich die zweite Wahl?

So würde ich das nicht sehen. Schließlich habe ich die 1. Herrenmannschaft vor 20 Jahren bereits vier Jahre lang recht erfolgreich trainiert und mich damals nur wegen der Geburt unserer Zwillinge zu einer Pause entschlossen. Der Verein ist bereits verschiedene Male an mich herangetreten, wieder als Trainer der ersten Herrenmannschaft einzusteigen. Ich habe das allerdings stets abgelehnt, auch weil die Spieler mich und mein Training aus der Jugend schon zu gut kennen. Ganz sicher bin ich heute ein besserer Trainer als vor 20 Jahren. Es ist aber eine besondere Herausforderung für mich, für all die Spieler, die ich bereits lange in der Jugend trainiert habe, jetzt noch einmal möglichst viele neue Übungen zu finden und neue Trainingsanreize zu setzen.

Ihr seid bereits seit drei Wochen wieder im Training. Wie läuft alles an?

Die Beteiligung ist insgesamt zufriedenstellend – auch wenn teilweise Luft nach oben ist. Dabei tut sich keiner einen Gefallen, der zu spät in die Vorbereitung einsteigt. Ich bin bereits dabei, die Belastung langsam hochzufahren, das kann für die später Hinzukommenden in vielerlei Hinsicht schmerzhaft werden. Auch wird ohne Training niemand besser, das fließt natürlich auch in die Kaderplanung mit ein.

Am 1.6. findet bereits euer Turnier mit dem slowenischen Zweitligisten Krsko und den Nachbarvereinen Mosbach und Neckarelz in Obrigheim statt. Was können wir erwarten?

Mit Krsko steht der absolute Favorit bereits fest. Die slowenische 1.Liga ist unter den europäischen Ligen in der Rangliste auf Platz sieben und Krsko hat den Aufstieg dahin dieses Jahr nur ganz knapp verpasst. Über die Zusage unserer Nachbarn Neckarelz und Mosbach habe ich mich sehr gefreut. Zum ersten Mal seit ich mich erinnern kann, spielen alle drei Vereine in einem Wettbewerb gegeneinander. Wir selbst sind zwar nur Außenseiter, werden aber sicher unser Bestes geben. Ich hoffe darauf, dass sich die Handballfans der Region diesen Leckerbissen nicht entgehen lassen, und die Halle gut besucht wird.

Und was sind deine Ziele für die kommende Saison?

Da die Liga mit den Absteigern aus der Landesliga HSG Hohenlohe und HA Neckarelz und den Aufsteigern Lauffen-Neipperg und Bad Mergentheim sicher etwas stärker wird, ist vorrangiges Ziel der Klassenerhalt. Meine weiteren Ziele lassen sich nicht durch Tabellenplätze definieren, es geht vielmehr darum das Spieltempo zu erhöhen und die Entscheidungsqualität der Spieler zu erhöhen und so jeden Einzelnen aus der jungen Mannschaft weiterzuentwickeln. In unseren Mannschaften steckt so viel Talent, dass wir bei einer normalen Entwicklung noch viele Jahre Freude haben werden. Und wenn jeder im Training hart an sich arbeitet, kommen gute Ergebnisse und Erfolge automatisch.

Wird sich am Kader etwas ändern?

Die Lücke durch den Abgang von Fabian Schmid werden wir durch mehrere Spieler schließen können, da habe ich wenig Sorgen. Pascal Bauer, Niklas Pfleger und Thorsten Sienholz haben alle das Zeug auch in der Bezirksliga Halblinks eine gute Rolle zu spielen. Da wir das Spieltempo weiter erhöhen wollen, müssen wir die Lasten eh auf mehr Schultern verteilen. Ich stehe hier in aussichtsreichen Gesprächen mit zwei talentierten Neuzugängen. Aus den eigenen Reihen sehe ich Jonas Moll und Stefan Prokschi zum jetzigen Stand der Vorbereitung am nahsten dran in die erste Mannschaft aufzurücken. Wobei unabhängig davon, weiter alle unter 21-jährigen Spieler in der 2. Mannschaft Spielpraxis sammeln sollen.

Was passiert mit dir, wenn die nächste Saison erfolgreicher als erwartet verläuft?

Dann freue ich mich meinen Beitrag zur Fortentwicklung der Mannschaft gebracht zu haben und werde die Mannschaft gern an einen noch besseren Trainer übergeben. So sehr ich mich jetzt auf die Aufgabe in der kommenden Saison freue, werde ich in der übernächsten Saison genauso gern wieder mit unseren Fans auf der Tribüne mitfiebern.

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